Mein Tag mit Rieke

Ich bin seit viereinhalb Jahren Vater. Die letzten anderthalb davon mehr oder weniger . Wie es dazu kam? Eine lange Geschichte, die ich jetzt und hier auch nicht ausbreiten möchte - aber wie ich es geblieben bin, werde ich demnächst noch schreiben.

Relativ kurz nach der Trennung von meiner Frau im Sommer 2007 bin ich mit meiner Tochter aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und wieder zu meinen Eltern zurückgegangen - mit 27 Jahren und Kind in das alte Kinderzimmer zurückzugehen ist nicht unbedingt eine Erfahrung, die man zweimal machen möchte. Nach drei Monaten - als der erste Trennungsschock überwunden war - wurde mir alles zu eng und ich wußte, wir müssten uns eine eigene Bleibe suchen. Relativ nah zur Omi (ich bin ganztägig berufstätig, daher kann und will ich auf Omi als Bezugs- und Betreuungsperson nicht verzichten), und doch getrennt, damit wir unser eigenes Familienleben etablieren können. Mit meiner damaligen Freundin habe ich mich dann entschieden, ein Häuschen schräg gegenüber von meinem Elternhaus zu mieten. Relativ schnell habe ich dort festgestellt, dass diese Freundin nicht zu meinem Leben passt. Mit verständlicher Enttäuschung bei ihr und mit Sicherheit auch Wut, dass ich mir das nicht früher bewusst gemacht habe, zog sie im November 2008 aus. Seitdem sind wir nur noch zu zweit unter dem Dach. Und finden das eigentlich ganz prima.

Ich stehe in der Regel morgens um fünf auf, fahre gegen viertel vor sechs zur Arbeit und Omi kommt zu uns heim, damit sie Rieke um halb acht in den Kindergarten bringen kann. Mittags holt sie die Kleine ab, legt sich mit ihr zum Mittagsschlaf (bis ca. 15.00 Uhr) hin und betreut sie dann bis gegen fünf, wenn ich heimkomme. Ich hole sie dann ab, gehe mit ihr heim und spiele dann mit ihr oder sehe einen Kinderfilm, bis es Abendessen gibt. Zur Abendbrotsvorbereitung wird die Maus mit eingebunden, ihre Aufgabe ist Tischdienst und Getränke besorgen. Gegen acht Uhr ruft ihre Mama an, um ihr “Gute Nacht” zu sagen, und bis halb neun haben wird dann noch einmal Zeit für uns. Meist wird dann geschmust und Schabernack getrieben.

Danach geht es in Badezimmer. Die Prozeduren dort haben mittlerweile einen halbstündigen Umfang angenommen, bis wir dann um neun Uhr ins Kinderzimmer entschwinden können. Geschichte vorlesen, Fluor-Tablette, noch ein Gute-Nacht-Schluck und vier selbstgesungene Lieder später ist es 21.15 Uhr, Rieke liegt im Bett und erzählt dem Teddy noch vom Tag und Papa hat noch zwei Stunden für sich, bis auch für ihn der Zapfenstreich geblasen wird.

Alles ganz einfach, also. Und irgendwie sogar normal…

Und wie gestalten andere alleinerziehende Papas ihren ?

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Über den Autor
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Alexander Baumbach ist seit Mitte 2007 alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter. Neben dieser abendfüllenden Aufgabe ist er voll berufstätig im öffentlichen Dienst und programmiert in seiner Freizeit Webseiten und Weblogs für den Eigenbedarf, fotografiert und hört leidenschaftlich gern Klaviermusik - hin und wieder an der eigenen Tastatur.


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