Wichtige Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden

Eine Trennung hat viele Auswirkungen. Neben dem emotionalen Stress für alle Beteligten und dem meistens verbundenen tiefen Wunsch, sich nie wieder zu begegnen, ist das Leben dennoch weiterhin miteinander verbunden, wenn aus der ehemaligen Beziehung Kinder entstanden sind. , die vorher im paarbedingten elterlichen Rat gemeinsam getroffen wurden, werden nun oftmals jedoch durch verletzten Stolz, Kränkung und Rachegefühle überschattet, die eine objektive Beurteilung aller Seiten erschwert. Mehr oder weniger unbewusst unterstellt man dem ehemaligen Partner böse Absichten und Manipulationen.

Gerade als Wochenend-Vater fühlt man sich in vielerlei Hinsicht ausgeschlossen. Man hat nur einen sehr geringen Einblick in das alltägliche Leben seiner Kinder und weiß oft nur sehr wenig darüber, was die Kleinen so beschäftigt. In den seltensten Fällen erfolgt genau das, was in solchen Situationen absolut notwendig ist. Ein reger Austausch zwischen den Eltern. Doch meist findet eine Kommunikation auf sehr eingeschränkte und entfremdete Art und Weise statt, so dass einem meist nur kleine Bröckchen per unpersönlichem SMS-Dialog zugeworfen werden. Man bekommt als Teilzeit-Elter immer das Gefühl, dem Good-Will der Haupterziehenden Person ausgeliefert zu sein, welche Informationen man bekommt und welche nicht. Und nicht allzu selten bekommt man diese von dritten schneller als von der Person, von der es nötig wäre.

Dennoch ist es unabringlich, dass sich beide Elternteile bei wichtigen über ihren Schmerz und Groll stellen, um im Sinne der Kinder den richtigen Weg zu finden. Wenn es zum Beispiel darum geht, eine Oberschule für sein Kind zu finden, ist das eine Entscheidung, die den weiteren Lebensweg (s)eines Kindes maßgeblich beeinflusst. Ich gebe zu, es ist mir sehr schwer gefallen über meinen Schatten zu springen und meine eigenen Unbefindlichkeiten nach hinten zu stellen. Aber ich musste zugestehen, dass die , die meine Ex-Frau ausgesucht hat, tatsächlich die erste Wahl ist, auch wenn ich im Vorfeld genau dieses Gymnasium kathegorisch abgelehnt habe. Ich habe damit meine Tochter in einen ziemlichen Konflikt gestürzt, dem ich sie nicht hätte aussetzen dürfen. Aber ich kann auch Fehler eingestehen und das Strahlen aus den Augen meiner ältesten Tochter, als ich ihren Schulwunsch aus bestem Gewissen unterstützen konnte, ist die schönste Bestätigung, die man kriegen kann.

Aber: Ich habe mich bei der Auswahl der Grundschule für die Kleinste im Bunde durchgesetzt. Das ist auch ein kleiner Erfolg und gibt mir das Gefühl, nicht völlig ohne Einfluss zu sein.

Insofern kann ich allen nur raten, vergesst bei wirklich wichtigen all euren Schmerz, die zugefügten Verletzungen, euren Stolz und eure Rachegefühle. Und niemand sollte sich hierhin stellen und sagen, sowas hätte er oder sie nach der Trennung niemals gehabt. Seid ehrlich zu euch selbst und werft dann einen tiefen Blick in die Augen eurer Kinder. Spätestens dann solltet ihr erkennen, was zu tun ist. Hört auf die kleinen Stimmen in den Herzen eurer Kinder und vertreibt die kleinen Teufelchen auf euren Schultern, die euch permanent böse Dinge über eure Ex-Partner ins Ohr säuseln. Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen. Und selbst wenn sie es sind, beweist die Stärke, für eure Kinder darüber stehen zu können! Kinder brauchen starke Eltern zu denen sie aufschauen können und keine notorischen Streithähne…

Artikel teilen:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • Furl
  • LinkedIn
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Reddit
  • Spurl
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Tumblr
  • TwitThis
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Yigg
Über den Autor
Bild des Autors
Kai Wels ist seit Januar 2007 Wochenend-Vater von drei Kindern (11, 9, 5) und arbeitet als E-Marketing Manager für einen internationalen Finanzdienstleister. Seine Leidenschaft gilt neben seinen Kindern der Musik, die er aus der Unfähigkeit und Unwilligkeit heraus, Noten lesen zu wollen, jahrelang als DJ ausgelebt hat und heute als Passion weiterführt. Infiziert mit dem Web-Virus wurde er bereits 1996 und hat diese zweite Leidenschaft zum Beruf gemacht.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail wird niemals veröffentlicht. Erforderliche Felder sind als * markiert.

*
*

Insgesamt wurden auf diesem Weblog 59 Artikel mit 13,958 Worten veröffentlicht