Wenn Worte fehlen…

Es ist hier still geworden in den letzten Tagen. Ich kann nicht für die anderen Redakteure sprechen, doch was mich betrifft, war es nicht nur Zeitmangel. Der junge Mann, der am Mittwoch 16 Menschenleben ausgelöscht hat, war im Alter meiner Kinder. So schrecklich seine Tat ist: Er ist nicht der erste, der diesen Weg eingeschlagen hat, und, so fürchte ich, er wird auch nicht der letzte sein. Und da gehen mir Fragen durch den Kopf, auf die ich keine Antworten habe:

  • Wie kann ich meine Kinder davor , zum eines solchen Verbrechens zu werden?

und

  • Wie kann ich meine Kinder davor bewahren, selbst zum zu werden?

Politiker, Psychologen, Kriminalisten beeilen sich, Antworten auf diese Fragen aus dem Ärmel zu schütteln - aber, wie ein alter Freund einmal sagte, alles, was aus dem Ärmel geschüttelt wird, muss zwangsweise ärmlich werden. Deshalb verzichte ich heute auf jeden Versuch, auch nur den Ansatz einer Antwort zu geben. Aber ich bitte jeden Vater und jede Mutter, selbst über diese beiden Fragen nachzudenken - über beide Fragen.

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Über den Autor
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Dirk Bongardt ist alleinerziehender Vater im siebten Jahr. Seine Kinder sind - zumindest, wenn es nach ihnen selbst geht - keine mehr: Die beiden Zwillinge werden in diesem Jahr 20, Sohn Nummer Drei immerhin 18, und das Töchterchen 16 Jahre alt. Der Journalist ist in Väterkreisen durch sein Buch "Senza Una Donna - das Survival-Handbuch für allein erziehende Väter" bekannt.


2 Kommentare

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  1. Ich sehe hier uns Eltern in der Pflicht.
    Nicht nur, dass der Vater des Jungen anscheinend grob fahrlässig eine seiner Waffen nicht wie vorgeschrieben aufbewahrt hat. Das war nur die letzte Schraube im Getriebe, die zu einer solchen Wahnsinnstat geführt hat.
    Ohne die näheren Umstände des Massakers zu kennen, glaube ich aber fest daran, dass man in einer Vielzahl solcher Fälle (nicht in allen…leider) Warnzeichen erkennen könnte, wenn wir uns intensiv mit unseren Kindern und ihren Sorgen und Problemen auseinandersetzen. Einen solchen Aufschrei der Seele dieses jungen Menschen - so furchtbar, wie er ist - kann ich mir schwer vorstellen, ohne dass es vorher zu anderen Äußerungen kam.
    Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Und auch den Eltern und Angehörigen des Täters. Die haben auch einen Sohn verloren und müssen damit bis zu ihrem Lebensende klarkommen.

  2. ich finde es ganz schlimm, was den armen menschen da passiert ist. es ist nur ein paar tage her und niemand spricht mehr drüber, was man tun kann um das in zukunft zu verhindern.

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