Verzeihung

Das zweite Ostern seit der ist vergangen. Die Kleine wächst, wird größer und denkt eigenständiger. Und auch der Papa wird älter und lässt manches nicht mehr so einfach an sich heran.

Das Osterfest sollte uns ja - in seiner urchristlichen Grundidee - Hoffnung schöpfen lassen. Jesus wird gekreuzigt und steht dann wieder auf - alles wird …So weit, so . Das war ja auch mein Sprüchlein in den letzten Jahren, wenn sich die Augen aus dem Kopf geheult hat und nicht schlafen konnte - alles wird ! Und es hat sich ja global betrachtet alles zum positiven hin entwickelt. Hier und da steckt immer Sand im Getriebe, dass ist ja auch kein Problem - nur mit einer christlichen Gabe hapert es immer noch bei mir: dem Verzeihen.

Nicht der Betrug. Nicht das Fremdgehen oder die Tatsache, dass sie uns überhaupt hat sitzenlassen tun weh. Das war mal. Das habe ich mittlerweile abgehakt unter dem Stichpunkt “Wir alle sind erwachsen.” - Scheinbar dürfen sich Erwachsene untereinander so verhalten, man sieht es heutzutage ja in vielen Talkshows und Filmen. Übrigens auch ein Grund, warum es bei uns zuhause keinen Fernseher gibt…

Was ich ihr bis heute nicht verzeihen kann, ist die Art und Weise WIE sie sich getrennt hat. Mit all diesen Lügen, diesen Scheinrealitäten und diesen falschen Versprechungen. Die sie teilweise bis heute aufrecht erhält und die sie wahrscheinlich sogar selber glaubt.

Deswegen hab ich gestern abend auch sehr verdutzt reagiert, als meine Kleine (für mich unverstänlich) anfing zu weinen. Ich hab sie nach dem Grund gefragt - und prompt kommt die Antwort: “Die Mama hat mich angeschwindelt!” - Wie reagiert man da? Da gehen einem Sachen durch den Kopf, die tun mir auch jetzt nach über 24 Stunden noch weh. Realisiert sie gerade die für sich und ihre vierjährige Welt? Hatten die beiden ein Gespräch am über die Gründe? Was löst diese Erkenntnis in dem jetzt aus?

Der Grund war viel banaler. hat bemängelt, dass ihre Schuhe zu eng sind und an den Zehen drücken - und die Mama hat gesagt, dass die noch passen. Puh, Glück gehabt. Keine Existenzfrage, kein Lebenssinn in Zweifel gezogen.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

In ein paar Jahren wird die Maus sich auch mit anderen Fragen beschäftigen - und dann sollte die Mama ein paar ehrliche Antworten parat haben. Hoffentlich wird alles

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Über den Autor
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Alexander Baumbach ist seit Mitte 2007 alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter. Neben dieser abendfüllenden Aufgabe ist er voll berufstätig im öffentlichen Dienst und programmiert in seiner Freizeit Webseiten und Weblogs für den Eigenbedarf, fotografiert und hört leidenschaftlich gern Klaviermusik - hin und wieder an der eigenen Tastatur.


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