In den letzten Tagen ist in den etablierten, “alten” Medien und auch in der Blogosphäre viel kostenlose Werbung für ein neues Sendeformat von RTL geacht worden.
Im Juni startet RTL die Doku-Soap “Erwachsen auf Probe”. Weil dort Säuglinge vier Tage lang in die Obhut von Teenagern gegeben werden, reagieren Experten bereits vorab empört. Jetzt kündigen auch Politiker mit markigen Worten Widerstand an.
‘Erwachsen auf Probe’ : Jugendministerin will RTL-Kinderexperiment stoppen - Unterhaltung - STERN.DE
Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass sich die Meinungsträger der Nation alle auf die Stelle schmeißen, dass dort Kleinkinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und zu multimedialen “Versuchskarnickeln” gemacht werden. Die - durchaus berechtigte - Kritik an dieser Kindeswohlgefährdung ist aber meines Erachtens nach sehr einseitig. Wer denkt denn bitte an die Jugendlichen in der Sendung, die “Eltern auf Probe”? Wie mag sich eine fünfzehnjährige Probemama fühlen, wenn der/die Kleine nachvollziehbar den lieben, langen Tag schreit, unaufmerksam - kurz: ungenießbar - ist? Die Minikinder sind total verstört und werden im Lebtag nicht das reflektieren, was ein “normales” Kind in diesem Alter auch bieten kann: Wärme, Schmusebedürfnis, Lachen, Getröstet-werden-wollen. Und was bleibt den Maxikindern (den Teenagern) dann zum Thema Elternschaft anderes im Gedächtnis als Lärm, Ärger und Frustration.
So bekommen wir den gewünschten Babyboom für meine Rente nicht hin. Versprochen!





























Ich denke auch, dass man alle Seiten betrachten muss. Den Jugendlichen werden mehr oder weniger nur die schwierigen, anstrengenden Seiten von Kindern aufgezeigt und nicht die Tatsache, dass Kinder ihren Eltern auch viel wiedergeben wie eben Liebe, Zuneigung und Vertrauen. Das ist am Ende ziemlich traurig und Schade.
Auf jeden Fall hat die Sendung durch die Politik soviel PR bekommen dass wohl jeder einmal reinschauen will