Ob ich es verarbeitet habe, weiß ich nicht. Jedenfalls kann ich heute darüber sprechen, ohne gleich tränennasse Augen zu haben.
Als meine Frau und ich uns trennten, blieben unsere Söhne bei ihr. Es war das gewohnte Umfeld, Kindergarten, Freunde, Haus – und, Kevin ist behindert. Das wäre für mich gar nicht leistbar gewesen. Für meine Ex war es auch besser, dass ich weiter das Geld verdiene.
Es dauerte nicht lange, bis in unser ehemals gemeinsames Haus der Neue einzog. Wenn ich die Kinder abholte, musste ich schon an mich halten, wenn ich sah, wie er in meiner ehemaligen Garage mit meinen Gartenwerkzeugen hantierte.
Aber, das habe ich alles verdaut. Hab eh nie gerne Gartenarbeit gemacht. Richtig schmerzhaft wurde es erst, als Kevin anfing den neuen Partner meiner Ex auch Papa zu nennen. Dort also der Papa jeden Tag und ich nur zweimal im Monat am Wochenende in einer kleinen Wohnung. Bei allen Scheidungsärgernissen und Streitereien und Verlusten war das am bittersten.
Und als mein anderer Sohn, Mark, auf einmal an einem Wochenende nicht mit mir wollte, weil er lieber mit dem Neuen einen Ausflug machen wollte, da bin ich innerlich völlig zusammen gebrochen.
Heute weiß ich, dass der Verführbarkeit von Kindern keine Grenzen gesetzt sind. Und, dass die Beiden mir nicht weh tun wollten. Aber, die Erinnerung daran schmerzt immer noch.
Ich möchte noch hinzufügen, das ich hier gerade nicht über mich persönlich schreibe, sondern über einen Bekannten und seine Gefühle.



























