Väter – wo seid Ihr?
Manchmal muss man die Frage stellen. Oft spielen Väter in der Erziehung ihrer Kinder keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Die Gesellschaft fordert einerseits den teilhabenden Familienvater, andererseits werden Väter, die ein Erziehungsjahr nehmen, immer noch als Weicheier oder dergleichen gesehen. Alleine dieser Zwiespalt führt zu einer Sinnkrise der Väter. Daneben gibt es immer mehr berufliche Herausforderungen zu meistern. Und, nicht zuletzt die eigene Positionierung in einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft.
Es geht nicht um die Frage nach dem klassischen Rollenverständnis. Nein, die Frage lautet: Was sollen Väter leisten? Daneben gibt es eine zweite, nicht weniger wichtige Frage: Was erwarten Väter von sich selbst?
Es gibt hier keine einfachen Antworten. Von Vätern erwarten wir Schutz, Geborgenheit, eine beschützende Liebe und Orientierung. Zugleich sind gerade Väter oftmals schutzlos den Widrigkeiten des Daseins ausgeliefert. Eltern können scheitern und lassen sich dann meist scheiden . Gerade Väter leiden dann besonders unter dem Verlust der Kinder, der Familie und müssen sich leidvoll neu orientieren. Die finanzielle Seite soll gar nicht betrachtet werden. Aber, auch ohne Trennung müssen sich Väter als Persönlichkeiten neu definieren.
Fangen wir damit an!




























Als werdender Patchwork Vater sehe ich meine Aufgabe im Moment als Ruhepool und Ankerpunkt für die Kinder zu fungieren, in dem ich erstmal einfach da bin, zuhöre, aufmerksam bin und eine feste Struktur vermittele. Daneben ist auch wichtig zu erklären, was richtig und was falsch ist, eine der vielen elementaren Aufgabe der Erziehung.
Da ich durch die Patchwork Situation “wie die Jungfrau zum Kinde” gekommen bin - und dann gleich drei auf einmal - und ich selbst vorher keine Kinder hatte, war alles erstmal sehr neu und ich musste mich selbst neu definieren, was mich als Mensch auch verändert hat. Dabei ist dieser Prozess immer noch im Gange und ich glaube nicht, dass dies irgendwann endet, nur vielleicht nicht mehr so intensiv ist.
Die Frage was Väter leisten sollen ist in meinen Augen übrigens zu stark abhängig von individuellen Kritereien, um sie wirklich beantworten zu können. Das kommt stark auf die Familiensituation an, aber generell ist der Unterschied zwischen der Vater- und Mutterrolle vielleicht nicht mehr ganz so groß, wie noch vor einigen Jahren.
Bei Alleinerziehenden kann ich mich vorstellen, dass es nochmal doppelt kompliziert wird, weil eine Rolle eben fehlt und irgendwie ansatzweise ersetzt werden will. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen.
Im Moment bin ich persönlich mit meiner Rolle als Patchworkpapa jedenfalls ganz zufrieden. Die Kinder mögen mich, respektieren mich und wir kommen gut klar. Das freut mich, weil ich zumindest das was ich tue wohl richtig gemacht habe. Aber das wird sich alles noch weiter entwicklen und ich bin gespannt wohin. Hoffentlich ohne gravierende Probleme.
Ciao,
Marc